Tag 4 – North Beach und South Beach of Red Point

Heute wird mal gewandert, es Regnet egal, gehen wir an einen Strand

[12.03.2017]

Es ist Sonntag, das Wetter nicht so freundlich, im Cottage ist es kalt, also direkt ins Auto und ab zum Strand.
Ich habe diese handlichen Taschen Wanderführer von pockets mountain ltd, und gestern Abend noch eine 5 km Wanderung aus dem Band “Wester Ross und Lochalsh” herausgesucht: Beaches of Red Point. Ein weiterer Grund so früh loszuziehen ist die Hoffnung Seehunde anzutreffen. Los geht es.

Wieder geht es über Badachro und Single Roads

Es überrascht mich immer wieder, wie viele bewohnte Häuser so abseits vom Geschehen stehen. Immer wieder gibt es Gehöfte, die Strasse sieht dementsprechend aus, dreckig. Und es dauert bis wir ankommen, eine lange Fahrt. Rechts von uns blinkt immer wieder das Meer herüber, um 10 Uhr erreichen wir endlich den Parkplatz. Von hier aus hat man einen direkten Blick auf den nördlichen Strand. Aber wir wollen zuerst zur South Beach und von dort über den Klippen zum North Beach laufen.

Der Schlamm Walk zur South Beach

Zuerst erwartet uns eine Passage durch knöchelhohen Schlamm, gegraben vom Fahrzeug des Farmers, der gerade mit seinen Hunden zu den Schafen aufgebrochen ist. Ich hüpfe von einem Grasbüschel zum Nächsten, mehr oder minder Erfolgreich. Endlich ist diese Farmpassage überwunden und es bleibt feucht, aber nicht mehr so dreckig, und so kommen wir schneller voran.  Hat sich jemand gewundert, warum das Beitragsbild die Schuhe von der Startseite ist? Genau, das war der Status nach der Wanderung.

Wir überqueren eine Wiesenlandschaft mit vereinzelten Schafen, keine Ahnung wo der Weg sein soll, wir gehen einfach Richtung Meer. Und da taucht der Strand auf, einsam, windig, es nieselt, es ist ein göttlicher Anblick.

Was meine Kamera an den Tag gedacht hat weis ich nicht, aber alle Bilder sind unscharf und nur verkleinert zu ertragen. Jocking, es war extrem windig, und ich habe kein einziges Bild hinbekommen, was völlig ruckelfrei ist.

Ok, wir sind am Ziel angekommen, das war auch kein großes Kunststück, also tobe ich erst einmal im Opa Tempo mit meinem Blixa am Strand rum. Seehunde haben wir nicht gesehen, aber ihre Spuren im Sand. Erstaunlich wie weit ich trotz der Wolken sehen kann, bis rüber zu den Inseln, habe ich gedacht, aber in Wirklichkeit war es Richtung Torridon.

Der Klippenversuch

Nach einer kurzen Erholungspause für Blixa ging es an den Aufstieg zur Klippe. Das ging noch gut, aber dann. Alle 5-6 Meter kreuzte einer dieser Wiesenbachläufe unseren Weg. Darüber springen, ja klar, aber dann durch den Sprung noch tiefer im Morast versinken. Mir war das ja Schnuppe, aber Blixa ging es nicht gut dabei. Also habe ich beschlossen zurück zu gehen. Leid hat es mir nicht getan, ich hatte auch die Nase voll mein Bein immer wieder aus dem Schlamm zu ziehen, oft war ich bis zum Knie drin. Definitiv ist dieser Weg nichts für feuchte Tage im Frühjahr.

Also zurück zur South Beach

Und zum südlichen Seite des Strandes, wo ein altes Fischer Cottage steht, schön langsam, Blixa muss sich noch erholen. Hinter der verfallenen Hütte gehen wir wieder hinauf, nicht ohne immer wieder einen Blick zurück zu werfen.

Den Farmland Schlammpfad zurück

Auf dem Rückweg kommt uns ein Fotograf mit Stativ entgegen. Gut, ein Stativ wegen dem Wind. Schlecht seine Halbschuhe. Wie der da durchgekommen ist, keine Ahnung. Am Auto entstand nach einer Grobreinigung meiner Wanderschuhe das bekannte Foto.

Shopping, Tea and Cake im Gairloch Tourist Center

Auf dem Heimweg haben wir im Tourist Center angehalten. Echt gut, es gibt Tische und Stühle, eine Sofaecke mit Holzofen und nette Angestellte. Mit einer habe ich mich angefreundet. Ich frage gleich, wo man in der Nähe Wolle kaufen kann, keiner hat eine Idee, aber man will sich erkundigen. In meinem Einkaufskorb landet ein Badewasser und eine Duftkerze. Dringende Utensilien für meine Abende im Cottage.
Ich sitze noch eine ganze Zeitlang in dem angenehmen Laden, sortiere meine Fotos und schreibe die ersten Postkarten.

Chill out im Cottage

Den Rest des Tages verbringen wir im Cottage vor dem Kamin, in dem die Kohle schön vor sich hin glüht. Es gibt den obligatorischen Abendspaziergang, heute aber am Ufer des Loch Ewe in Poolewe. Wir sind mit dem Auto hin, denn Abends an der Strasse laufen ist Selbstmord, auch wenn nicht viele Fahrzeuge unterwegs sind.

Late Night Date mit der Polizei

Und auf dem Weg nach Hause kam der Kracher, denn ein Polizeiauto, das uns vom Parkplatz wegfahren sieht, folgt uns bis zur Einfahrt. Ich bleibe stehen, steige aus, und frage ganz freundlich was los ist. Los ist, dass einer Frau, die gestern im Gemeindehaus 2 Sitze Rechts von mir gesessen hat (neben mir die Tochter), etwas verloren hat. Ob ich was gesehen habe. Nö, hab ich nicht. Vielleicht eine von den anderen Frauen drumherum? Wusste er nicht.

Verdächtigung

Die Olle hat tatsächlich direkt mich verdächtigt da etwas mitgenommen zu haben. Fremdenfeindlich. Ich mache gute Miene zu einer Unverschämtheit, der Bulle kann ja nichts dafür. Er wünscht meine Tasche sehen zu dürfen, er nimmt sie, durchsucht sie, schaut in meine Geldbörse. Fragt mich vorher ob ich weis wie viel drin ist. Was drin ist? Mein Geld und die Quittung von der Bank in Coldstream. Damit war die Sache gegessen. Dem lieben Mann war es sichtlich unangenehm.

Wir haben noch etwas Small Talk gehalten, nicht nur Oberflächlich, sicher so eine halbe Stunde. Jedes Mal wenn er mich in den nächsten 2 Wochen im Auto oder zu Fuß gesehen hat, wurde gewinkt.

Alex mein Landlord fand das alles eine Frechheit. Ich glaube der hat deswegen noch Terz im Dorf gemacht.

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