Tag 14.1- Ausflug zum Eilean Donan Castle

Eine Burg muss drin sein, also Eilean Donan Castle

[22.03.2017]

Schottland beschenkt uns mit herrlichem Wetter. Heute wird ein wunderschöner Tag, immer noch etwas kühl aber in der Sonne ist es bereits warm, also gefühlt warm. Eigentlich ein guter Tag zum Wandern, doch unsere Abreise steht übermorgen bevor, und ich möchte unbedingt zum Eilean Donan Castle, also ab ins Auto.

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Was hat das jetzt mit der Burg zu tun? Viel, denn seitdem ich Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt mit meiner kleinen Schwester geschaut hab, will ich Schottische Burgen besichtigen. Da war in 13.

On the Road

Es ist eine lange Fahrt, also nehme die „schnelle“ Strasse Richtung Inverness und komme wieder am Loch Maree vorbei, einmal ganz dran längs. Am Ende geht es einen steilen Pass hoch und oben angekommen sind wir nah an den schneebedeckten Bergen. Ich kann nicht anders und mache ein Foto von Strasse und Loch Chroisg.

In Achnasheen biegen wir ab Richtung Strathcarron

Es geht durch die Hochlandschaft, die Strasse ist „breit“ und wir kommen unerwartet zügig voran. Links und Rechts die Puderzucker Berge, es ist wie im Märchenland. Nach der langen Hochebene geht es langsam hinunter zum Loch Carron. Wir fahren am südlichen Ufer entlang und ich muss einfach an einem Aussichtspunkt halten und schauen, Beine vertreten und Knipsen.

Stromeferry am Loch Carron

Wir lassen das Auto stehen und gehen hinunter zum Ufer. Hier fuhr eine Fähre über das Loch, auf dem Schild stand bis 1970. Hat sicherlich mit der Strasse zu tun. Aber ich kapiere trotzdem nicht warum sie heutzutage anscheinend nicht mehr fährt. Immerhin spart es eine lange Gurkerei um das Loch drumrum.

Stromeferry Railroad Station

Es gibt da eine Zugverbindung von Inverness zur Isle of Sky. Heute werde ich noch an einigen Bahnhöfen vorbeikommen, wir sehen die Bimmelbahn auch später vorbeifahren.

Das wäre mal eine coole Idee mit dem Zug zu den Inseln zu fahren, die Strecke ist sowieso der Hammer, und die Isle of Sky steht noch auf meiner Wunschliste für die Zukunft.

Das letzte Stück bis Eilean Donan Castle

Weiter geht es, wir verlassen das Ufer des Loch Carron und fahren ziemlich steil hinauf auf der A890, die hier sozusagen von einem Loch zum Nächsten führt. Rauf kommt Runter und wir biegen auf eine der breiteren Strassen Schottlands ab, fahren über den schmalen Loch Long und sind in Dornie.

Highlander – Es kann nur einen geben!

Und es gibt auch nur ein so eine Burg wie diese. Es gibt Schlösser, noch gut erhalten, aber eine Burg, deren Ursprünge bis in das sechste Jahrhundert zurück reichen, und die nicht nur Grundmauern hat, wo gibt es das? Hatte ich vor meinem Besuch irgendeine Ahnung, nö. Highlander und James Bond waren meine einzigen Anhaltspunkte. Ich steh also davor und bin geplättet.

Das Wetter liebt uns, es sind nur eine Handvoll weitere Besucher unterwegs, ich schließe die Augen und bin für einen Moment in der Vergangenheit. Blixa und ich sitzen eine ganze Weile einfach nur da und ich träume von verdreckten Highlandern in Kilts. Ich muss da rein!

Blixa darf nicht mit rein ins Eilean Donan Castle

Er bleibt im Auto und ich kann ganz in meinen Tagträumen langsam über die Brücke zur Burg schreiten. Das Castle steh eigentlich auf einer Insel, die Brücke ist erst bei der Restauration 1932 gebaut worden.

Etwas Geschichte zum Eilean Donan Castle

Benannt nach nach dem Kardinal Donan aus Irland, der hier so nach 500 gelebt hat. Eilean Donan oder Isola di Donan. Im 8. Jahrhundert ging es in den Besitz der Mac Kenzies über, wurde angegriffen, zerstört, größer wieder aufgebaut und 1719 endgültig zerdeppert, von wem? Von den Engländern!

1911 hat ein John Mac Rae die Ruine aufgekauft und wieder aufgebaut. Ja, richtig gehört, wieder aufgebaut. 20 Jahre hat es gedauert, die Brücke kam hinzu und man hat tatsächlich versucht anhand von Plänen, Grundmauern, und was weis ich noch, es so ursprünglich wie möglich zu gestalten. Im Inneren sind die Räume dementsprechend, allerdings hat man einige moderne Annehmlichkeiten hinzugefügt, Annehmlichkeiten die uns heute nur altertümlich vorkommen können.

Im Eilean Donan Castle

Innen darf man nicht fotografieren. Also selber hinfahren! Unbedingt eintreten. Mich hat es umgehauen, bereits im ersten Raum, dem Eingangsraum mit Informationen zum Umbau, einigen sehr alten Möbeln, und Aufpassern im Kilt die aufpassen, dass man nichts berührt.

Das Esszimmer von Eilean Donan Castle

Was soll ich schreiben? Das ich dort stand, mir der Atem fehlte und Tränen über die Wangen liefen? Dürfte ich ein Foto hier abbilden, es würde nur ansatzweise zeigen was man hier fühlt. Ein kleiner Saal mit Steinmauern und zwei winzigen Fenstern. Ölgemälde von Schotten an den Wänden und unter den Balken Reihen von Clan Wappen. Gekreuzte Degen und Chippendale Möbel, sicherlich mehrere hundert Jahre alt. Die Atmosphäre war so dicht, ich kam mir vor als wäre ich von einer Sekunde zur Anderen um Jahrhunderte in die Vergangenheit katapultiert worden.

Als ich mich wieder gesammelt hatte ging die Besichtigung weiter in die winzigen Zimmer, alle liebevoll eingerichtet, dicht beieinander, durch schmale Korridore getrennt. Jedes Zimmer hatte einen kleinen Erker mit Sitzbank. Die Küche war auch ein Erlebnis. Ich verließ die Burg in einem Wirbel und landete wieder in unserem Jahrhundert. Der Blick auf die Berge im Hintergrund lindern den Schock.

Abschied vom Eilean Donan Castle und auf nach Plockton

Blixa freut sich auf meine Rückkehr und wir fahren zügig zurück Richtung Stromeferry, biegen aber vorher auf einer Single Road ab Richtung Plockton, reine Intuition. Und was ein Zufall, mein Büchlein Wester Ross Southern Area hat 3 kleine Wanderungen in und um Plockton im Angebot.

Wie geht es weiter? Teil 2 dieses wunderschönen Tages.

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