Schneewanderung im Advent

Eine Schneewanderung direkt vor der Haustür

[Wanderung ca. 15 km, leicht] [ca. 150 Höhenmeter ] [10.12.2017]

Es schneit! Eigentlich war heute die nächste Etappe der Sauerländer Waldroute geplant, aber die Wettervorhersage hat für den Nachmittag  Regen angekündigt, die Matsche wollte ich mir nicht antun und die Autofahrt bis Amecke bei Schneefall war auch keine gute Option. Also Auto stehen lassen und eine Schneewanderung direkt an der Haustür beginnen!

Wir gehen das kurze Stück zum Bahnhof, denn dort steht ein Schild vom SGV mit Wanderrouten, mal schauen was die so anzubieten haben. Plan ist irgendwie Richtung Hüingsen, Familie überfallen und dann, falls das Wetter nicht mitmacht, mit dem Zug zurück. Da sehe ich ein Schild!

Schneewanderung auf dem Christine Koch Weg

Naja, 123 km werden wir heute nicht gehen, aber vielleicht ein Teilstück. Außerdem klingt das nach einer Alternative zur Sauerländer Waldroute, wenn die Logistik mit An-, und Abfahrt mal nicht klappt. Testen wir also die Beschriftung X 18 und gehen bei leichtem Schneefall an der Hönne entlang los und folgen dem Christine Koch Weg.

Die Beschilderung ist mal ein X, mal ein X-18 etwas verwirrend. Wir gehen unter der Bahn Unterführung  durch, folgen dem Schattweg, bis wir zur Iserlohner Landstrasse abbiegen, dort wo die Fußgängerbrücke über die Strasse führt. Aber die Beschilderung führt nicht über die Brücke, sondern über die Ampel, und auf der anderen Seite ist nur der schmale Weg an der Strasse entlang. Nee! Wir kehren um und folgen der Strasse auf dem super bekloppten neunen Radweg Richtung Hemer auf der alten Eisenbahntrasse, bis auf der anderen Seite die Strasse Am Vogelsang auftaucht. An der Firma Kludi vorbei umgehen wir in einer Runde das Industriegebiet Oese, treffen kurze Zeit später auf den Apricker Weg und auf den Eingang zum Wald mit dem Schild X-18.

Der Apricker Weg ist eine kleine Waldstrasse

Breit und schnurgerade, wie wenig ich das mag, aber der Schnee, die stille Landschaft und die herrliche Luft gleichen das aus.  Hier in der Gegend sehen fast alle Waldwege so aus, und meine Erinnerung an Wandertage begrenzt sich auch auf elend lange, gerade Wege. Vielleicht kommt daher meine Abneigung. Das letzte Mal bin ich diesen Weg im Winter mit der Schulklasse gegangen, umgekehrte Richtung, von Sansoucci aus. Damals lag auch Schnee, viel mehr als heute, aber die Wanderung ist mir als die Schönste von allen in Erinnerung geblieben. Das ist jetzt 40 Jahre her!

In Höhe Hüingsen biegen wir vom Christine Koch Weg ab

Bis Balve will ich heute nicht mehr, aber von Regen keine Spur ganz im Gegenteil, es schneit immer mehr. Nach Hüingsen, meine Familie besuchen? Nein, dazu ist Mozart zu verdreckt, denn unter dem bisschen Schnee ist nur Matsch, dementsprechend sehen wir aus. Meine Cousine würde die größte Krise ihres Lebens erleben. Plan Änderung, ab hier kenn ich den Weg, wir werden durch die Waldemei zurück gehen. Doch zuerst geht es nach der Schutzhütte hinunter Richtung Edelburg.

An der Edelburg und der Firma Grohe vorbei

Keine Ahnung wie oft ich schon diesen Weg gegangen bin, es ist ein Gassi am Abend Ziel, das wir mindestens 1x die Woche ablaufen. Dauert nur knapp 30 Minuten, und führt von der Edelburg hinauf an einem Haus mit Bienenstöcken vorbei, dann auf den im Foto abgebildeten Weg an meinem Lieblingshaus vorbei, und hinter dem Hügel entlang wieder zur Edelburg. Das Haus liegt einfach wunderbar! Wer auch immer dort wohnt, Gratulation! So nah an der Zivilisation und doch so geschützt hinter dem kleinen Hügel. Drumherum Obstwiesen, ein paar Felder, Wald, ein kleiner See und ein Bach.

Wir nehmen die Hügel Umrundung und treffen an der Oese wieder auf den Weg, lassen den wunderschönen Park der Edelburg rechts liegen, überqueren die Strasse, folgen wieder diesem unsinnigen Radweg an der Iserlohner Landstrasse Richtung Menden für ein paar hundert Meter und biegen hinter den Gebäuden der Firma Grohe links ab, hinauf in die Waldemei.

Schneewanderung in der Waldemei

Auch hier hat der Weg einen Namen, Kirschallee. Er führt uns schnurgerade hinauf in die Waldemei, oder ist das hier schon Waldemei? Keine Ahnung. Waldemei bedeutet Tannenbäume und ein wenig Mischwald.

Wie sagte mein Vater immer so schön:

Bäume, Bäume, nichts als Bäume und dazwischen Zwischenräume.

Keine Ahnung wer den Spruch in die Welt gesetzt hat, aber für die meisten Wälder im Sauerland trifft das zu. Kurz bevor wir “oben” an der Wegkreuzung ankommen biegen wir in einen kleinen Trampelpfad ab, der jetzt sogar einen Namen bekommen hat. Habe vergessen welchen, aber sicherlich irgendein Held des SGV.  Wir gehen sozusagen wieder zurück, nur etwas nördlicher, treffen wieder auf einen breiten Weg, die Forststrasse, und es schneit immer mehr.

Schneewanderung im Schneetreiben

Unterhalb des Forsthauses liegt ein kleiner See, ein Feen Teich, voll Mystisch. Er ist komplett umzäunt, ein Mini Biotop, geschützt vor uns Menschen. Als ich ein Kind war, sind wir auf dem Teich mit einem kaputten Boot gefahren. Es stank und das Wasser war nur ekelig. Mein Biolehrer, Herr Dr. Feldmann hat sich in den 80iger Jahren hier in Menden sehr für den Erhalt von Natur eingesetzt. Ich glaube der Teich hier war auch ein Einsatzgebiet von ihm. Nebenbei war Herr Dr. Feldmann einer mein besten Lehrer.

Am Teich treffen wir auf 3 weitere weiße Spaziergängerinnen, die von uns ein Foto schießen.

Nach Hause wollen wir noch nicht

Es schneit immer mehr und wir gehen einfach nochmal zurück in den Wald über den Planetenweg. Der heißt so, weil es immer wieder Schilder gibt, auf denen die Planeten erklärt werden. Es geht einsam und still durch die weiße Flockenwelt Richtung Hembrocker Berg. In der allumfassenden Stille ist nur mein Atem und die Schritte auf dem Schnee zu hören. Also die Geräusche, die wir selber machen.

An der Kreuzung am Hembrocker Berg schauen wir zurück auf den Weg, den wir ohne den Zig Zack Kurs Ausflug zum Feen Teich eigentlich gegangen wären und sehen zwei einsame Wanderer in der Ferne.

Schluss mit Waldwegen und ab ins Unterholz

Deshalb gehen wir an der Kreuzung noch ein paar Meter weiter und biegen  in einen kleinen, leicht zu übersehenden Trampelpfad ein. Diese Dinger, die man nur als Ortskundiger kennt, aber so viel schöner zu gehen sind als die Hauptstrassen. Und oh Wunder, er ist sogar auf der Google Map verzeichnet!

Unterhalb des Wasserspeichers müssen wir den Bach überqueren und mir reicht das Wasser bis über den Stiefelrand. Mozart findet es einfach nur super und bekommt hier seinen Koller und springt, nicht mehr zu bändigen, herum.

Mit leicht nassen Füßen kommen wir an der Leitmecke, unserem super Bürgerbad, aus dem Wald heraus, und jetzt sind es nur noch 3 Minuten und wir stehen wieder vor unserer Haustür. SUPER!

Ich wollte Komood mal ausprobieren, hat auch geklappt, habe aber leider vergessen zu speichern! Und weg ist alles! Das nächste Mal bin ich Klüger.

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