Mullerthal Trail – Tag 3 – Durch Felsgiganten und Zauberwälder

Auf der Route 2 des Mullerthal Trail von Echternach nach Consdorf

[Wanderung ca. 19 km, mittel] [ca. 400 Höhenmeter] [03.09.2019]

Ursprünglich war der Plan ab heute den Mullerthal Trail mit Zelt und Rucksack zu wandern und das Auto bis zur Abfahrt in Mullerthal stehen zu lassen. Doch man hat mir erzählt, dass es teilweise auf der Runde 2 durch enge Felsformationen gehen soll, auf denen ich mit Rucksack nicht so ohne weiteres hindurch kommen kann. Also Planänderung und wir bleiben 2 weitere Nächte auf dem Campingplatz in Echternach.

Vorbei an aggressiven Hunden

Der Zugang zum Mullerthal Trail erfolgt heute direkt vom Campingplatz aus, denn die Wolfsschlucht liegt knapp oberhalb des für Zelte reservierten Bereiches. Das ist auch die Standard Gassi Strecke für Campingplatzbewohner, die ihre Hunde bereits hier frei laufen lassen, obwohl auf dem Platz Leinenpflicht gilt. Unangenehm für Mozart, denn er wird gleich von 2 Hunden angemotzt, beim Zweiten kann ich gerade noch so eine Rauferei verhindern, denn der andere Hund geht aggressiv auf Mozart los.

Durch die Wolfsschlucht

Von dem Schreck erholen wir uns „ratzfatz“, denn wenige Meter weiter oben im Wald treffen wir direkt auf die Wolfsschlucht und sind in einer anderen Welt.

Hier sollen früher die Wölfe Zuflucht gefunden haben. Sicher war die enge Schlucht damals noch ohne Steintreppen für die Wanderer und somit für Menschen nicht begehbar.

Mozart würde auch neben den Treppen rauf und runterlaufen. So aber begleitet er mich in meinem Tempo, wobei er immer wieder auf Zug geht. Daran müssen wir bei solchen Wegbegebenheiten noch arbeiten. Solange ich freie Sicht nach vorne habe lasse ich ihn immer mal wieder laufen, aber bei engen Passagen nehme ich ihn an die Leine. Man weiß nie wer von vorn auftaucht, und das würde meinen kleinen Schisser in Panik versetzten und unter Umständen würde er türmen gehen.

Ein einzigartiges Felsenmeer im Buchenwald

Die Wolfsschlucht war nur ein Vorgeschmack auf das, was uns den gesamten Tag begleiten wird. Es ist trotz Sonnenschein kühl und schattig unter den Buchen. Vertrocknete Blätter vergangener Jahre liegen auf dem Boden und an den Felsen wächst das Moos und der Farn. Nur an wenigen Stellen bricht die Sonne durch das Blätterdach und zaubert goldene Bereiche auf Waldboden und Felsen.

Vom Felsenmeer zu Felsenschluchten

Es geht stetig ein wenig bergauf, rechter Hand hört man immer wieder Autos auf der nahen Straße in Richtung Berdorf. Dann geht der Weg sogar zwischen den Felsen hindurch! Oder besser gesagt durch tiefe Spalten! Wir erreichen eine Felsformation an der „Labyrinthe“ steht.

Und was dann folgt ist tatsächlich eine sehr enge Schlucht, durch die der Mullerthal Trail hindurchführt! Die Macher dieses Weges haben sich etwas einfallen lassen, um den Wanderer ins Staunen zu versetzen. Es macht richtig Spaß sich durch die Felsen zu schlängeln.

Immer mehr Menschen kommen uns entgegen

An der Straße scheint es Parkplätze zu geben von denen immer mehr Menschen strömen und uns entgegenkommen.  Hier ist ein Abschnitt, der von Ausflüglern anscheinend gerne besucht wird. Die Felsen werden höher, hängen teilweise sogar als Überhang über dem Weg.

Höhepunkte dieses Teilabschnitts

Am Pereskop gehen wir vorbei, die Leitern sind nichts für Mozart. Jetzt fließt ein Bach, den man immer wieder über Brücken queren muss, und mein Höhepunkt ist die Pietsch-Kummer Höhle, in der merkwürdige, kreisrunde Ausschnitte in den Felsen gehauen wurden. Später habe ich nachgelesen, dass hier Mühlsteine für die Region gebrochen wurden.

Über die Felder und durch Berdorf

Kurz nach der Höhle dünnen die Menschenmassen aus. Ich würde jedem empfehlen diese Etappe niemals am Wochenende zu wandern, heute, an einem Wochentag ist die Menge gerade noch zu ertragen. Richtung Berdorf wandern wir zwischen Feldern, durch das Dorfzentrum hindurch und an der gegenüberliegenden Seite wieder hinunter in den Wald.

Mullerthal Deviation

Ein Schild weist auf eine Umleitung. Zwei junge Wanderer kommen aus dem gesperrten Gebiet, es ist anscheinend doch begehbar, aber wer weiß wie begehbar für Mozart! Also nehme ich die Umleitung, die im Wald am Rand der Felder entlangführt. Irgendwann geht es abwärts und wir treffen wieder auf den Original Weg. Direkt geht es eine steile Treppe hinab in Richtung einer gewaltigen Felsformation.

Die dicken Brocken

Wir wandern hinein in eine Fels Formation mit engen Wänden und Steinstufen, dem Priedegtstull.

Nach der engen Passage kommen wir auf einer Straße heraus und es geht auf der anderen Seite direkt wieder hinein und hinauf in die Felsen. Dieser heißt Werschlummschleff.

Wald und Felsen – Durch das Waldgebiet Schnellert

Tendenziell geht der Weg nun sacht bergab, aber stückchenweise natürlich hoch und runter zwischen den Felsen herum oder hindurch. Zuerst noch massiv, werden die Felsen immer weniger, und der Wald wieder Hauptakteur.

Und Mozart? Der findet das hier klasse! Abenteuerurlaub für meinen lieben Rumänen. Das mit dem hinunterlaufen und auf mein Abstieg Tempo achten, das wird immer besser.

Wanderstöcke am Wegesrand

Aus der Ferne sehe ich ein Schild auf dem Waldboden stehen. Neugierig gehe ich darauf zu und schaue mir an was hier angeboten wird. Geschnitzte Wanderstöcke! Eine Dose für das Geld steht auch daneben. Die schönen Stöcke aus Buchenholz hat sicherlich ein Kind geschnitzt und teilweise mit Bändern zum Greifen versehen. Ein langer, dünner Stock gefällt mir ganz besonders. Allein für die Idee würde ich gerne eine kleine Summe spenden, aber ich habe nur einen Schein im Portemonnaie. Vielleicht kann ich am letzten Tag noch einmal hierher zurück gehen und den Stock kaufen.

Mullerthal

Wir erreichen Mullerthal zur Mittagszeit und machen Rast an der Entz. Das Wasser ist leicht milchig, aber es schmeckt Mozart, der sich wie immer in das Wasser legt und ein paar Schluck zu sich nimmt.

Heute hätte ich nicht so viel Wasser mitzunehmen brauchen, aber man weiß nie, und irgendwie ist mir immer unwohl, wenn Mozart aus Bächen trinkt, die in Tälern fließen, aber aus Hochebenen mit Agrarflächen und Tierhaltung kommen. Aber wie soll ich verhindern, dass er beim verdienten Abkühlen ein paar Schluck zu sich nimmt.

Mullerthal und Heringer Millen

Am Eingang zu Mullerthal steht ein verlassenes Hotel, dahinter ein verlassener Campingplatz. An der Straße steht ein weiteres Hotel, das Hotel Cascade, dies scheint geöffnet zu haben. Überhaupt ist das hier ein ganz liebliches Tal, von der Sonne geküsst, obwohl eng von Hügeln umgeben.  Schön hier!

Wir folgen dem Mullerthal Trail, denn ich möchte heute noch bis Consdorf, und dort den direkten Bus zurücknehmen. Es folgt ein ziemlich großer Parkplatz, eine Gastronomie und ein Informationszentrum in der ehemaligen Mühle Heringer Millen. Ich gehe in die Information, vielleicht gibt es hier eine schöne Postkarte für mein Enkelkind, aber nee, die sind auch hier alle ziemlich unattraktiv! Doch es gibt einen Espresso und einen netten Herr, der mit mir kurz über den Mullerthal Trail plaudert. Und Wandersocken! Ich habe aus Versehen erstens nur 1 Paar Wandersocken mitgenommen und dazu auch noch die, die gestopft werden müssen. Nach fast 3 Tagen schauen meine dicken Zehen vorne heraus, egal wie rum ich die Dinger anziehe.

Zum Abschluss werfe ich noch einen Blick auf die Mühle im Keller, dann geht es weiter.

Ein Wasserfall, Wald, und wieder Felsen

Am Heringer Millen und zwei oder drei Häusern und dem Campingplatz vorbei geht es weiter an der „Schwarzen“ Entz vorbei. Das mit dem Schwarz vor Entz habe ich in der Heringer Millen gelernt. Es sind wieder einige Menschen hier, die sich um den Bereich eines kleinen Wasserfalls tummeln. Wir verlassen die Menge und gehen über die Straße und auf schmalen Pfaden steil hinauf in den Wald. Es dauert nicht lange und wir kommen wieder an beeindruckenden Felsen vorbei. Zuerst die Felsschlucht Eulenburg, oder Eileburg.

Wir passieren noch die Felsgebilde Goldfralay und Goldkaul. Wobei wir am Goldfralay einen kleinen Abstecher zum „Belle Vue“ machen.

Es führt durch eine enge Schlucht in die kaum Licht dringt, aber trotzdem  wachsen Bäume an den Flanken der Felsen.

Der Weg zum Bus in Consdorf

Wir erreichen einen Wanderparkplatz und die Straße, verlassen den Mullerthal Trail für heute und steigen auf der anderen Seite des Parkplatzes hinauf nach Consdorf. Steil! Wir passieren den Campingplatz und ich frage in der Information nach der nächsten Bushaltestelle. Zum Glück! Denn auch in Consdorf gibt es eine Baustelle und die dazu gehörige Umleitung. Ohne die genaue Info zur Haltestelle hätten wir lange gesucht. Consdorf ist nicht klein.

Also folgen wir der Straße, die am Campingplatz beginnt, gehen am Altenheim vorbei nach rechts, treffen auf die Baustelle, und gehen direkt wieder links durch die Baustelle hindurch, folgen der Straße über eine weitgezogene Kurve und da sitzt bereits eine junge Familie und wartet auf den Bus.

30 Minuten später sind wir wieder am Busbahnhof in Echternach. Ich gehe noch schnell im neben dem Busbahnhof liegenden Supermarkt für Abendessen und Tagesration einkaufen, danach geht es durch das Zentrum. Die Eisdiele ist wieder komplett besetzt, daher wird das heute nichts mit dem Espresso mit Vanilleeis, Schade. Also direkt weiter zum Campingplatz hinauf und einen Tee kochen, den Tagesbericht schreiben und ein wenig in meinem Buch lesen.

Fazit

Bisher die schönste Etappe. Und ich bin froh mich gegen den schweren Rucksack entschieden zu haben, denn meine Knie schmerzen zwar nicht, aber mit Gewicht auf dem Buckel und ohne Stöcke (habe ich auch zu Hause vergessen) die unregelmäßigen Stufen hinunter, das wäre vielleicht nicht gut gegangen.

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