Xhoffraix, Burg Rheinhardstein und das Tal der Warche

Das geheimnisvolle Tal der Warche bei Xhoffriax, ein Rundweg mit Steilgang

[Rundweg ca. 15 km, mittel bis schwer] [16. Oktober 2017]

Es gibt so ein Lieblingsgebiet von mir am Hohen Venn, oder besser gesagt an seiner Südseite. Die Täler und Bachläufe nordöstlich von Malmedy. Und was ist schöner an einem heißen Oktobertag, als eine Wanderung in den kühlen Tälern.
Auf meiner Kurzwanderung zur Burg Rheinhardstein Ende Juli, bin ich auf den Wanderweg mit der grünen Raute gestoßen, aber damals war Mozart noch zu jung für mehr als 10 km. Heute machen wir das!
Wir fahren durch das Venn bis Xhoffraix und parken das Auto an einem großen Platz nahe der Schule. Direkt an der Wanderkarte. Hier geht es los.

Ein Spaziergang durch Xhoffraix

Wir durchqueren gemächlich das Dorf, das auf einer Hochebene liegt. Kommen an einigen Ferienhäusern vorbei und die Besiedlung wird immer spärlicher und die Wiesen immer größer. Ein Baumhaus, es erinnert mich an die Scharze Sieben von Enid Blyton, ach was hätte ich für so ein Baumhaus gegeben!

Wir folgen dem Weg durch die Wiesen und Stück für Stück nähern wir uns dem Wald. Der Übergang erfolgt fast unbemerkt, denn die Wiesen gehen in eine Baumallee über, die dann zu einem kompletten Wald wird.

Hinunter zur Warche

Es geht steil hinunter durch einen Wald,in dem gerade die Waldarbeiter mit riesigem Gerät Bäume auf einer vor kurzem geschlagenen Lichtung entasten. Klettern über Tannen und Baumstämme und folgen dem Weg bis wir an der Brücke den Bayahon überqueren, der hier in die Warche fließt. Hier waren wir schon im August, doch heute ist das Wetter schöner und ich gehe sogar mit kurzer Hose.

Hier unten ist es schön kühl, und die Strecke an der Warche entlang zur Burg Rheinhardstein erreicht kaum ein Sonnenstrahl. Diesmal nehmen wir den Weg zum Wasserfall, den haben wir das letzte Mal ausgelassen. Eine Menge Kinder laufen hier herum, es scheint irgendeine Veranstaltung zu sein, so eine Art Schnitzeljagd. Mozart mag das gar nicht. Fremde Menschen und dann auch noch welche die Krach machen. Also ignorieren wir den Wasserfall und gehen oberhalb des rechten Ufers weiter. Achtung, hier haben wir den vorgegebenen Pfad verlassen, der an der Burg direkt auf das gegenüberliegende Ufer führt.

Schmale Trampelpfade gehen in verschiedene Richtungen ab und wir wählen vor dem Aufstieg zur Burg einen Pfad der meiner Meinung nach Richtung Staudamm der Talsperre von Robertville führen müsste. Die Alpen sind nichts dagegen, denn auf wenigen Metern kraxeln wir in die Höhe, treffen dann auch wie geplant auf den Weg zum Damm. Ich bin pitschnass geschwitzt. Wir überqueren den Damm des Stausees in gleißendem Sonnenlicht, und gehen am Parkplatz zurück in den Wald und auf den Weg zum Aussichtspunkt auf die Burg.

Eine Rast an der Nase von Napoleon

Einen guten Teil der nun folgenden Strecke kennen wir schon, und er ist immer noch wunderschön. Der Pfad windet sich am Hang entlang, geht mal auf, mal ab. Der einzige Unterschied, heute liegen bereits mehr Blätter auf dem Waldboden als im Juli.

An Napoleons Nase machen wir die Rast, auch wenn Mozart etwas skeptisch den tiefen Abgrund begutachtet.

Ein Weg wie eine Achterbahn

Wir kommen am Abzweig vorbei den wir im Juli genommen haben, gehen aber geradeaus weiter. Wir sehen einem Mann mit zwei Hunden in einiger Entfernung, von dem einer voll aggressiv auf Mozart losgehen will. Ich kenn das noch von Blixa, also belle ich den Golden Retriever in die Flucht, denn der Besitzer bleibt nur stehen und glotzt. Mozart schaut mich an! Ja genau, um so einen Ärger kümmere ich mich!

Der Pfad hat kaum Weitblick, man ist in der kleinen Welt um sich herum eingefangen. Unter uns rauscht die Warche. Es geht in Kurven auf und ab. Manchmal wird der Weg breiter, aber die meiste Zeit ist er nur ein schmaler Pfad – wunderschön und gefühlt endlos!

An der oberen Kante und hinunter bis Bévercé

Irgendwann, denn man verliert Zeit und Raum, gehen wir ein Stück an einer Weide entlang, dann wieder durch Wald und zum guten Schluss geht es hinunter nach Bévercé.

Und mitten durch einen Campinplatz, an dem viele Kinder lauf an der Warche herumspringen. Mozart ist voll in Panik, also nichts wie durch und gut ist!

Der steile, kurze Weg nach oben

Wir gehen wieder an der Warche entlang, an einem Steinbruch mit angeschlossener Fabrik vorbei. Irgendwie sieht das auf der Karte sehr weit aus, und trotzdem kommen wir schnell voran, bis, ja bis der Coreu Bach auftaucht und der Anstieg beginnt. Aber es ist wieder erwarten gar nicht schlimm, denn man muss ziemlich klettern, teilweise geht es wie über hohe Stufen hinauf, es macht uns richtig Spass, Mozart hüpft und springt und freut sich riesig. Und dann ist es auch schon vorbei, Schade, wir sind schon fast oben in Xhoffrait angekommen und blicken noch einmal zurück.

Schnell sind wir auch wieder am Auto, was für eine phantastische Wanderung!

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