Rob Roy Way – Abschied und Heimreise – Tag 12/13

Eine Heimreise mit kleinen Hindernissen und Schrecken

Nach einer erholsamen Nacht im Port-na-Craig Inn und einem wehmütigen Abschied von den Highlands-Morgenspaziergang am River Tummel, gibt es um 7 Uhr ein Frühstück vom Feinsten. Alles was der Körper für die lange Heimreise braucht. Die Schwester der Eigentümerin, die mich gestern empfangen hat kümmert sich um meine Bestellung, natürlich ein schottisches Frühstück mit Black Pudding, aber ohne die gräßlichen Würstchen.

Irgendwie kommen wir ins Gespräch und stellen fest, dass wir an derselben Uni studiert haben, der Universität der Künste in Berlin. Jetzt kapiere ich von wem die vielen Fotos an den Wänden sind. Sie sind aber nicht nur von ihr, sondern auch von ihrer Schwester. Beide kommen aus Irland.

 

Es dauert etwas bis das Frühstück kommt, denn alles wird frisch zubereitet. Danach wird die fette Rechnung bezahlt, ich habe hier in weniger als 24 Stunden mehr Geld ausgegeben als auf der gesamten Wanderung. Inklusive des B&B und der 2 AirBnB Unterkünfte. Als Wanderer schäme ich mich für diese Prasserei. Als Genussmensch ist es mir sowas von egal! Der schöne und besondere Aufenthalt hier bleibt für immer in meiner Erinnerung.

Das Inn kann ich nur empfehlen, man sollte aber vorab buchen, denn es gibt nur 2 Zimmer. Die Lage am Fluß ist auch traumhaft, und weit genug entfernt vom Trubel in der Touristen-Falle Pitlochry.

Abschied von den Highlands

Im schönsten Morgenlicht gehen wir ein letztes Mal über die Brücke und danach in Richtung Bahnhof. Ich nehme nicht die Abkürzung, da Mozart eine lange Reise im Zug bevorsteht und er noch einmal ausgiebig sein Bein heben und einen Haufen legen soll. Ein wunderschöner Herbsttag kündigt sich an, strahlend blauer Himmel und leuchtende Farben in allen Schattierungen mit einem Hauch Highland-Herbst-Tünche am Morgen darüber.

Etappe 1 Heimreise per Bahn

Der Zug fährt pünktlich in den kleinen Bahnhof ein und wir steigen mit einer Handvoll weiterer Menschen hinein. Mit jedem Kilometer verabschiede ich mich jeweils ein Stück von den Highlands. Mozart liegt zu meinen Füßen.

In Edinburgh haben wir etwas Zeit, genug um kurz auf die Weaverly Brücke zu gehen und einen Kaffee zu trinken. Der Blick wandert zur Burg und der Gedanke an Ju, mit der ich im April hier war.

Dann geht es weiter nach Newcastle, dort steht schon der Bus vor dem Bahnhof und fährt direkt nach unserer Ankunft ab zum Hafen. Dort angekommen muss ich noch etwas mit Mozart herumgehen, denn auf der Fähre gibt es nur wieder diese Mini-Hundeecke mit den Sandkästen.

Glück gehabt

Als wir in das Terminal gehen wundere ich mich wie leer es ist. Schnell werden wir abgefertigt und betreten kurz darauf unsere Kabine. Kurz darauf legt das Schiff ab. Merkwürdig, es ist noch viel zu früh! Ich schalte den Flugmodus auf mein Handy aus und bekomme direkt eine SMS der Rederei, dass die Fähre heute bereits 1 Stunde früher ablegt als geplant. Man! Das ist nochmal gut gegangen. Hätte ich in Newcastle nicht sofort den Bus genommen und wäre wie geplant mit Mozart noch kurz Gassi gegangen, hätte ich die Fähre verpasst!

Ich habe jetzt schon tierischen Hunger jedoch erst für 20 Uhr das Abendessen reserviert, das sind noch 4 Stunden. Also lasse ich Mozart wie auf der Hinfahrt in der Kabine und gehe los, fragen ob Umbuchen möglich ist. Ist es nicht. Dann wenigstens den groben Hunger mit einem überteuerten Kaffee mit Milch in einer der Bars stillen. Den Kaffee trinke ich draußen mit Blick auf das kleiner werdende Newcastle, Abschied.

Man nannte ihn Houdini!

Zurück in der Kabine ist sie leer! Kein Mozart! Ich bleibe ruhig und renne zur Information, wo man mich anscheinend schon erwartet hat. Mozart hat es geschafft die schwere Kabinentür nach innen zu öffnen und ist mich suchen gegangen. Man konnte ihn einfangen und er wurde in das Hundehotel gebracht.

Als Konsequenz muss ich ihn in Zukunft immer in das Hundehotel bringen, wenn ich die Kabine verlassen muss, denn die Türendürfen und können nicht von außen abgeschlossen werden. Trotz der Action war man äußerst freundlich zu mir, und Mozart wurde als sehr lieber Hund gelobt.

Ich renne also in das Hundehotel und da sitzt mein Häufchen Elend in einer Box und sieht mich mit seinen großen Augen an. In meinen Armen beruhigt er sich und ich muss erst einmal eine Runde Heulen. Stress schleicht sich immer erst nach einer Gefahr bei mir ein.

Zurück in der Kabine wird bis zum Diner gelesen und Hund gekrault.  Genauso endet der Tag und ich kann es immer noch nicht fassen wie er die schwere Sicherheitstür, die sich nach innen öffnet, aufbekommen konnte. Nicht zu denken was hätte passieren können, wenn er es auf eines der Decks geschafft hätte und vom Schiff gespült worden wäre! Ist er aber nicht!

Gassi gehen in Amsterdam Central

Am nächsten Tag dürfen wir wieder als Erste von Bord, und beim Warten in der Schlange wird Mozart von einigen Mitreisenden wiedererkannt, oh Mann! Am Hafen darf Mozart mit dem Bus zum Bahnhof in Amsterdam mitfahren. Daher müssen wir den Gassi Gang in Amsterdam machen, wo es in Bahnhofsnähe kaum einen Baum oder Strauch gibt. Irgendwie schleichen wir von Gasse zur Gasse, auch einer mit roten Lampen, machen noch einen kurzen Besuch in einem Coffeeshop und sind immer noch sehr früh zurück am Bahnhof, um die letzte Etappe der Heimreise anzugehen.

Zusammengequetscht

Dann beginnt die Qual! Der ICE nach Oberhausen steckt wegen einem Selbstmord irgendwo hinter der Grenze fest und wir müssen zusammen mit ALLEN anderen Fahrgästen, und den Fahrgästen, die sowieso mit dem Regionalzügen gefahren wären, zusammengequetscht wie die Sardinen bis Arnheim fahren. Zum Glück waren immer hilfsbereite Menschen da, die mir geholfen haben Mozart vor den Füßen der Anderen abzuschirmen. Und das alles mit dem Rucksack auf dem Buckel!

Angekommen sind wir trotzdem heile und gesund, aber auch kaputt.

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