Eine Rundwanderung in Oesbern

Heute ging es rund um Oesbern herum, durch Wald und Felder.

[Rundweg 12,5 km, mittel mit wenigen Anstiegen auf teilweise unwegsamem Gelände ]

Das letzte mal war ich im Sommer 1978 in Oesbern, auf unserer Abi Feier. Die Lage des Dörfchens hat mir schon immer gut gefallen, habe das Umland jedoch nie erkundet. Kurz hinter dem Hexenteich war Ende Gelände. Ein guter Grund endlich einmal hier zu wandern.

Meine zwei Hunde und ich  starten am vorher erwähnten Hexenteich. Es ist 10 Uhr, es regnet. Nach kurzer Zeit treffen wir auf das O, unser Wegweiser für die nächsten 12,5 km. Der Weg ist schmal und geht durch hohes Grass, zum Glück hält meine Regenhose die Feuchtigkeit ab.

Raus aus der Regenhose

Nach dem schmalen Pfad durch Mischwald kommen wir schnell auf der Höhe an und die dunklen Regenwolken verziehen sich! Also raus aus der Regenhose, aber was für eine Action! Auf einem Bein, Schuh ausziehen, Hose ausziehen, Schuh anziehen. Jeweils für Rechts und Links.  Trotz Reißverschlüssen an der Seite nervt das total. Es gibt auch Regenröcke, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen damit ausschreiten zu können und stolpere bereits in Gedanken daran.

Ein Rundwanderweg mit Rundblick

Der Himmel wird immer blauer und nach dem Hof Korbe biegen wir auf einer schmalen Strasse Richtung Werringsen ab. Auf uns wartet ein wunderschöner Rundblick über das Ruhrtal, und in der Ferne sieht man die Häuser von Wickede. In Werringsen kommen wir an romantischen Gehöften vorbei, so manche Kuh blickt uns leicht dümmlich an und wir erreichen die Fachwerk Kapelle St. Michaelis. Landluft!

Zur Abwechslung ein kleines Waldstück

Der Wechsel zwischen Wald und Dorf und Feldern gefällt mir besonders, es wird nie eintönig, das Auge hat immer etwas Neues zu entdecken. Den Hunden gefallen die Waldabschnitte jedoch am besten. Unterwegs treffen wir sogar den Blechmann aus dem Wizard of Oz. Im nächsten Waldabschnitt führen Holzbrücken immer wieder über Bäche. Die Hundis freuen sich, Wasser!

Richtung Niederoesbern zwischen Wald und Feld

Es geht Richtung Süden, die Sonne scheint, wir wandern zwischen Waldrand und Feldern. Ein Bussard zieht seine Kreise und dann taucht plötzlich mit Getöse eine Gruppe Wildgänse auf, die sich zum Flug in den Süden sammeln.

Ein Himmlischer Panoramablick über Oberoesbern

Niederoesbern streifen wir nur kurz und nach einem kurzen Waldstück gehen wir erneut am Waldrand entlang. Es öffnet sich der Blick auf ein wunderschönes Panorama im Sonnenschein mit himmlischen Wolkenbildern. Zeit für eine ausgedehnte Rast mit Snack für Mensch und Hund auf einer Bank, denn Mozart ist noch zu jung, um die gesamte Strecke an einem Stück zu laufen.

Naturschutzgebiet Luerwald und Biebertal

Am Europaplatz. Warum und wer ist bloß auf die Idee gekommen den Ort Europaplatz zu nennen. Es ist ein Parkplatz und der Eingang zum Naturschutzgebiet. Hilfe, der Eingang hat eine Kuhsperre und wir müssen da rüber. Nebenher geht kein Weg vorbei. Mein alter Hund Blixa hat sich immer geweigert über so etwas zu gehen, aber Mozart der Verrückte, dem macht das nichts. Phieby schlepp ich unterm Arm rüber. Es geht runter von dem breiten Weg, auf einem Trampelpfad Richtung Dicke Berta, einer uralten Eiche. Mehr als 500 Jahre alt. Wie viele Menschen hat der Baum gesehen, wie viele Kriege überlebt, wie viele Vögel in ihm genistet?
Ehrfurcht!

Durch die Wolfskuhle

Der Weg bleibt abwechslungsreich, die Hunde super motiviert, die Wege etwas breiter und dann wieder schmaler, runter und rauf. Wir kreuzen Bäche, treffen jetzt immer wieder auf andere Wanderer. Stimmt ja, vorher waren wir immer allein unterwegs, haben niemanden und nichts getroffen! Aber es hält sich in Grenzen. Das Ende unseres Rundweges kommt auch bald. Noch ein schmaler Pfad zum Ausklang und wir sind wieder auf dem Weg zurück zum Hexenteich.

Es war ein schöner Wanderweg, ich bin echt begeistert von der Vielfalt, den Eindrücken, der Schönheit der kleinen Ortschaften und Ansiedlungen. Viele Gedanken gingen durch meinen Kopf. Über die Schwester meiner Oma, die nicht weit von Osebern entfernt gelebt hat und die Erzählungen meiner Mutter wie sie im Krieg durch den Wald dorthin gewandert sind um Nahrungsmittel zu holen. Erinnerungen und schöne Eindrücke von abwechslungsreichen Orten nehme ich mit mir nach Hause.

Und glückliche, erschöpfte Hunde!

Die Strecken werden wegen Mozart in den nächsten Monaten wieder kürzer werden und ich werde als Training meinen Rücksack schwerer packen.

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