Mir dem Rucksack zum Sorpesee

Mit zwei Hunden an der Leine und Rucksack von meiner Haustür in Menden bis zum Campingplatz am Sorpesee.

[Wanderung 23,1 km, mittel] [ca. 560 Höhenmeter ] [26.05.2018]

Der Wecker klingelt um 7 Uhr am Samstagmorgen, aufstehen, Kaffee kochen, Müsli mit Obst zubereiten und 2 Stullen, dann geht es los zum Sorpesee.  Mit dabei sind mein Hund Mozart und meine Pflegemaus Tessa.

Die Route

Es geht von meiner Haustür in Menden über Hüingsen, Volkringhause und Beckum an den Sorpesee zu meiner Freundin Elke, die einen Wohnwagen auf dem Stellplatz des Canuclubs in der Nähe von Zeltplatz 3 hat. So um die 23 Kilometer. Ein super Test für meinen neuen Deuter Rucksack und meine kommenden Touren auf denen ich mit 2 Hunden unterwegs sein werde.

Gewicht

Der Rucksack ist gepackt mit 5 Liter Wasser, Badesachen, Futter für die Hunde für 2 Tage, Nachtgarnitur, Waschzeugs, Wechselklamotten für sommerliche Temperaturen, Buch, Solarpannel und Ladegeräte, insgesamt habe ich soviel hineingepackt, bis die Waage 9 kg angezeigt hat. 1 Liter Wasser wurde verbraucht und immer wieder mit Wasserfilter aufgefüllt.

Menden nach Hüingsen

Wir gehen quer durch die Wohngebiete zur Oese und hinein auf den Asbecker Waldweg in Richtung Hüingsen, immer Schnur geradeaus. Es ist früh, angenehm frisch und erst vor Hüingsen ziehe ich die Fleece Jacke aus und stopfe sie in den Rucksack. Nehme mein Sonnencappi raus und wir ziehen weiter.

In Hüingsen stapfen wir Richtung Schützenhalle und erleben am Waldrand eine richtig krasse Story mit einem älteren Herrn.

Der Handy Dieb

Mozart und Tessa sind angeleint, ich habe noch mein IPhone in der Hand mit dem ich das Foto geschossen habe. Ein älterer Herr kommt uns aus dem Wald entgegen, sein Hund läuft unangeleint in unsere Richtung.  Meine Krawallbürste Tessa bekommt schon einen Kamm. Ich rufe dem Herrn freundlich zu, er solle bitte seinen Hund zurückrufen. Keine Reaktion. Der Hund steht vor uns, Tessa geht in die Eisen, Mozart will spielen. Ich muss gleichzeitig meine Hunde kontrollieren und den fremden Hund wegbrüllen. Schweißtreibende Angelegenheit.

Der Mann geht wortlos an uns vorbei. Dabei murmle ich wortwörtlich was von “Trottelig”, und siehe da, der Herr kann doch hören! Dreht sich um, motzt mich aggressiv an, will meinen Namen, kommt auf mich zu und will mir mein Cappi vom Kopf reißen. Ich halt es fest, trotz Hundeleinen am Arm.

Da schnappt der sich mein Handy und will weglaufen! Ich greife nach meinem Handy aber er versteckt mein Handy hinter seinem Rücken! Jetzt ähnelt der weitere Verlauf einer Kindergarten Situation. ” Geben Sie mir mein Handy sofort zurück”. Ich greife hinter den Mann, der dreht sich, ich greife von der anderen Seite, er dreht sich. Um meinen “Angriffen” zu entgehen geht er ins die Hocke und verdeckt mein Handy mit seinem Oberkörper. Jetzt. reicht es, ich frag ihn ob er schon mal etwas von metoo gehört hat, weil ich ihn wegen Belästigung Anzeige, wenn er mir nicht sofort mein IPhone zurückgibt. Sorry, aber mir ist nichts Bessres eingefallen.

Da steht er auf und wirft mein Handy weg, dreht sich rum und verschwindet, nicht ohne mir zuzurufen, dass er sowas in seinen 73 Jahren noch nicht erlebt hat.  Ich verkneif mir meine Gedanken, hebe mein verdrecktes Handy auf, es hat zum Glück nur eine Macke auf der Schutzfolie. Hastig mache ich noch ein Beweisfoto, falls mein Handy doch einen Schaden erlitten haben sollte, kann das von Wichtigkeit sein.

Was für ein TROTEL: Ein Rückruf seines Hundes, ich hätte keinen Stress wegen ihm gehabt, man hätte sich freundlich gegrüßt und jeder wäre seines Weges gegangen.

Über Riemke und Bruchhausen Bis Volkringhausen

Den Rest des wunderschönen Waldweges bis nach Riemcke verging dann wie im Flug. Leider war mein Kopf noch voll von dem Vorfall und ich konnte diesen Teil des Weges nicht genießen. Aber in Riemke war alles wieder gut!

Die Straße hinunter und wieder hoch nach Bruchhausen wurde es dann richtig warm. In Bruchhausen treffe ich wieder auf die Waldroute folge ihr bis der Weg hinunter zur Hönne geht, biege Rechts ab und schneide den Weg ein Stück ab, Lande aber wieder auf dem ziemlich zugewachsenen Weg an der Hönne entlang Richtung Binolen. An meinem Lieblingsplatz machen wir eine Wasser-Sauf-Pause.

Der Anstieg nach Beckum

Weiter geht es an der Hönne entlang, durch Volkringhausen und direkt nach Sansoucci, um dort die Landstraße zu überqueren und den kleine Anstieg im Wäldchen nach Beckum zu erklimmen. Dort ist es Schattig, wie herrlich! Und genau in dem Wäldchen treffen wir auf eine wenige Quadratmeter große, lichtdurchflutete Minilichtung voll mit Butterblumen und anderen Wiesenblumen, die in der Sonne strahlen wie eine Marienerscheinung. Absolut magisch.

Wir kämpfen uns durch die Hitze der heißen Sonne in Beckum, die Temperaturen liegen jetzt so um die 27-28 Grad (ich habe nachgefragt bei einem Pläuschchen), erreichen den Sportplatz und folgen der Ministrasse bis hinunter zu Mühle. Tausend Mal daran vorbeigefahren, niemals angehalten und diesen ” Bauernhof” oder seine Funktion angeschaut oder hinterfragt. Und dann die Überraschung. Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Melscheder Mühle

Wir umrunden nach einer Trinkpause den Hügel vom Foto und jetzt sollte eigentlich ein Weg auftauchen um den großen Hügel zu erklimmen. Irgendwie ging das in die Hose, oder der Weg auf meiner alten Karte existiert schon lange nicht mehr, und am Ende klettern wir rutschend einen steilen Hang querfeldein hinauf, kommen an einem Hochsitz vorbei und landen direkt am Stein des SGV auf dem Höhenweg. Und ich direkt auf dem Hosenboden, Ausruhen!

Jetzt sind es nur noch ungefähr 45 Minuten Weg hinüber zum Rastplatz Krähenweide und dann den Weg hinunter zur Sorpe. Als der See durch die Bäume schimmert falle ich auf die Knie und heule, denn es ist geschafft. Und ganz ehrlich, die letzten 6 km tat mir etwas der Rücken weh.

Am Sorpesee angekommen

Freudig empfängt mich meine Freundin, die meine Strecke per Messenger verfolgt hat. Der Rest des Tages vergeht mit Chillen und einem abschließenden Grillen in großer Runde.

Der Höhepunkt aber kam erst beim zu Bett gehen, denn Ich durfte mit meinen Hundis auf dem kleinen Segelboot schlafen! Leise plätscherte und gluckste das Wasser gegen das Boot und hat uns sanft in den Schlaf geschaukelt.

Über den Rückweg berichte ich hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.