John o’Groats Trail – Tag 3 – Dornoch, Loch Fleet to Balblair Wood

Der Tag der Robben am Loch Fleet

[Wanderung ca. 20km ,mittel] [ca. 130 Höhenmeter ] [28.04.2019]

Guten Morgen Dornoch, heute geht es zum Loch Fleet

Wir zelten an einem Waldrand kurz vor Golspie. Was für ein unbeschreiblicher langer, ereignisreicher Tag unter dem Motte Robben und Loch Fleet.

Um 5 Uhr waren wir schon wach und haben uns den Luxus einer Dusche gegönnt, Fön inklusive, denn es war noch sehr kalt. Frühstück, Zeltabbau, etwas trödeln und die aufgehende, wärmende Sonne begrüßen, und danach ging es Richtung Embo.

 

Eine gefühlte Ewigkeit gehen wir an einem Golfplatz vorbei, doch das weite Meer ist immer an unserer rechten Seite. Mit Strand, Sonne und Muscheln sammeln verging der erste Wegabschnitt wie im Flug.

Wanderer sind immer gerne gesehen

In Embo ist tatsächlich der Campingplatz größer als das Städtchen, welches aber total lieblich ist. Im Gate Center gab es die erste Pause mit Kaffee und Scones, Geplauder mit netten Leuten aus dem Ort und ein süßer Welpe. Die sind immer süß!

Alle sind so freundlich, hilfsbereit und wie soll man sagen? Es erwärmt das Herz. Es ist nicht leicht bei so viel Herzlichkeit trockene Augen zu behalten.

Was sind Links?

Nach Embo geht es ein Stück durch, wie soll man das beschreiben? Dünen, Moorlandschaft, Ginster, kleine Tümpel… Der Abschnitt heißt Coul Links  Links, so wie auch gestern bereits Cuthill- und Dornoch Links. Links ist ein schottischer Begriff.

„The sandy undulating ground, gen. covered with turf, bent grass, gorse, etc., which is freq. found near the sea-shore on a flat part of the coast, and is often common ground belonging to the nearest town.“

Jetzt weiß ich es genau.

Als wir so in Ginster und Dünen schwelgen laufen wir fast in 5 Bullen, darunter 4 Highland Cows, hinein. Zum Glück beobachten sie uns nur dabei wie wir husch-husch durch die Büsche auf die Strasse springen.

Skelbo und Loch Fleet

Das Highlight des Tages waren die Seehunde auf den Sandbänken am Loch Fleet (siehe Beitragsbild). Unglaublich viele da in der Sonne liegen und faul auf die Lachse warten. 30 oder 40? Vielleicht sogar mehr. Ein nettes Paar hat uns nahe der Skelbo Ruine ihr Fernglas geliehen, um das Spektakel näher betrachten zu können. Und dazu die vielen Vögel! Leider konnte ich nur Fischreiher, Möwen und Strandläufer identifizieren, zu mehr reicht mein Wissen nicht.

Skelbo am Loch Fleet

Vor lauter Robben hätte ich fast vergessen die Skelbo Burg zu erwähnen, und die Single Road , der wir am Ufer bis zur Route 500 folgen, die wir dann wieder betreten müssen, um über die Brücke zu kommen.

 

The Mount

Am Damm, dem Mount haben wir eine lange Pause in der wärmenden Sonne gemacht, aber auch  die Tafeln mit den Informationen zu diesem Damm – Brücke – Sluice Gate gelesen. Der Einfachheit halber könnt ihr es auf den Schautafeln nachlesen.

Der Blick auf die Land gerichtete Seite des Loch Fleet und die „Berge“ ist atemberaubend, man kann nur da sitzen und es stundenlang genießen. Den Parkplatz dahinter ignorieren wir einfach.

Der Balblair Wood und ein endlos langer Acker

Leider ist jede Pause einmal zu Ende, und geht es an der Route 500 weiter. Zum Glück nicht lange, und ein Weg biegt in den Balblair Wood ein. Aber dann geht er wieder hinaus und es kommen Kuhweide, Acker, Kuhweide, Acker. Sehr ernüchternd und ermüdend zu gehen. Laut  Karte ist dies unser Erster nicht sichtbare Pfad.

Der Rucksack drückt auf die Hüften, ich habe bald wunde Stellen. Egal, Augen zu und durch, immer hinter Ju hinterher, oder besser gesagt ihren Schuhen. Trotzdem, heute ist das Ding sauschwer, voll mit extra Wasser und Essen. Ächzt! Doch sobald wir wieder in den Wald zurückkehren ist das Ding auf meinem Rücken und die holprige Wiese vergessen. Alles in Allem war es so ein toller, schöner, warmer Tag. Von außen und innen. Selbst die 5 Highland Cow Bullen auf der Weide haben wir überlebt.

Jetzt sitze ich in der Abendsonne. Wir haben es uns am Rand des Waldes auf dem kleinen Stück zwischen zwei Feldern eingerichtet. Hier ist noch Sonne und hoffentlich weniger Zecken als im Balblair Wood hinter uns. Es wird verdammt kalt, der Wind drückt die Temperatur noch weiter runter, und so langsam merke ich die Erschöpfung. Das Essen ist auch nur widerlich, indische Reispfanne mit Wasser gekocht. Dann hoffe ich mal auf ein gutes Frühstück morgen in Golspie und gehe mit der Sonne schlafen.

Der Weg

An der Rezeption des Campingplatzes geht es am Spielplatz vorbei in Richtung Golfplatz . Dort steht auch schon das erste Hinweisschild. Über einen breiten Grasweg und teilweise am Strand entlang geht es bis Embo. Dort halten wir uns westlich und treffen am Ortsausgang auf einen Wegweiser, der in die Coul Links führt. Kurz vor der Single Road nach Skelbo Castle mit Vorsicht an den kleinen, romantischen Tümpeln vorbei gehen, denn es könnten auf einer Weide Kühe stehen.

Der Single Road am Loch Fleet folgen, bis sie auf die Route 500 trift. Kurz davor steht ein Wegweiser, der schmale Pfad geht bis kurz  vor der Brücke rechtsseitig unterhalb der Strasse entlang. Achtung, viele Zecken! Die Brücke überqueren, dann noch ca. 400 Meter der Strasse folgen und auf den Wegweiser rechtsseitig in den Balblair Wood achten. Achtung, es folgt sofort eine Abzweigung nach links durch den Wald, bis man auf ein langes Tal mit Weideflächen und Äckern kommt. Diese Wiesen schnurgerade überqueren, bis man an einem Bahnübergang wieder Richtung Balblair Wood abbiegt. Danach folgt der Weg der Beschilderung bis zur Strasse am Golfplatz von Golspie.

3 Antworten auf „John o’Groats Trail – Tag 3 – Dornoch, Loch Fleet to Balblair Wood“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.